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Bunkergarten

Seit Mai 2011 kümmern wir, eine Gruppe von Menschen aus Ehrenfeld, uns ehrenamtlich um den Grünstreifen vor dem Hochbunker in der Körnerstraße 101 in Köln Ehrenfeld.

Jahrelang war die Fläche sich mehr oder weniger selbst überlassen worden. Die „Friedhofsbepflanzung“ aus Eiben, Feuerdorn, Efeu und anderen pflegeleichten Gewächsen war dicht ineinander gewachsen. Garniert wurde das ganze mit alten, vertrockneten Weihnachtsbäumen, die von Anwohnern hier entsorgt wurden. Ansonsten diente die Fläche als Ablageplatz für Sperrmüll aller Art und als großer Mülleimer, in den Passanten ihre Bierflaschen, Zigarettenschachteln, Coffee-to-go Becher etc. achtlos warfen.

Nach Entmüllungs- und Rückschnittaktionen verwandeln wir die Fläche seit dem letzten Jahr schrittweise in einen bunten und vielfältigen Garten. Dabei kombinieren wir Wild- und Zierblumen, Heilpflanzen, Kräuter, Gemüsepflanzen und Obstgehölze. Im Vordergrund steht dabei Spaß am Gärtnern, die Lust am Ausprobieren und die Freude am Wachsen und Blühen der Pflanzen und nicht das Erzielen eines Ertrags.

Lust auf’s Mitgärtnern? Jeden Freitag um 17:00 Uhr offener Gartentreff!

Wir treffen uns hinter dem Bunker im „Garten der Welt“ und kümmern uns dann um beide Gärten.

der ort

Text von der Internetseite des Vereins „Förderkreis Hochbunker Körnerstraße 101 e. V.“

www.bunkerk101.de

  • Der Hochbunker und die Ehrenfelder Synagoge

"Der Hochbunker Körnerstraße liegt im Kölner Stadtteil Ehrenfeld. Am 17. August 1926 erwarb die Synagogengemeinde Köln einen Teil der ehemaligen Goldleisten- und Rahmenfabrik Koenemann in der Körnerstraße, um hier eine Synagoge zu errichteten.

Die Entwürfe zum Neubau der Synagoge und Umbau des bestehenden zweigeschossigen Hauses Körnerstr. 93 zur Religionsschule für Jungen und Mädchen erarbeitete der bedeutende Kölner Architekt Robert Stern (*1885; unbekannt), der auch die Bauleitung übernahm.

Stern entwarf 1927 auch das Friedhofsgebäude und die Trauerhalle für den jüdischen Friedhof in Bocklemünd und den berühmten Pavillon der „Jüdischen Sonderschau“ auf der „Pressa“ 1928.

Am 18. September 1927 fand in einer Feierstunde die Einweihung der Synagoge statt. Bereits 11 Jahre später während der Novemberpogrome 1938 vom 9. auf den 10. November wurde sie bis auf die Außenmauern zerstört. „Die Leute aus der Körnerstraße standen dabei und schauten einfach zu“ berichtet dazu ein Augenzeuge.

Auf unterschiedlichen Wegen brachte der Reichsfiskus (Luftfahrt) das gesamte Gelände in sein Eigentum, um hier 1942/43 einen Luftschutzbunker unmittelbar neben der zerstörten Synagoge zu errichten. Ob der Bau zunächst an der Stelle der zerstörten Synagoge geplant war, ist ungewiss.

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